Von der BWO aus in Richtung Traumjob

Engagiert, gewissenhaft und immer einen flotten Spruch auf den Lippen, mit dem er andere zum Lachen bringt – so lernte Oliver Peters, Inhaber der Peters Lack & Karosserie GmbH & Co. KG in Waldbröl, Dietrich Klass bei einem Probearbeiten kennen. Für Klass begann damit eine Erfolgsgeschichte, die nun durch einen Arbeitsvertrag gekrönt wurde und die den heute 34-jährigen Waldbröler aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in seinen Traumjob führte.

Nach dem Besuch einer Förderschule begann Klass am 1. September 2009 bei den BWO Behinderten Werkstätten Oberberg. „Wir haben schnell gemerkt, dass er das Zeug für den 1. Arbeitsmarkt hat“, erinnerte sich Magnus Liebetanz. Als Inklusionsbegleiter der BWO ist es seine Aufgabe, den Beschäftigten Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ebnen, zum Beispiel durch Praktika oder sogenannte Betriebsintegrierte Arbeitsplätze (BiAP). Dabei werden die Menschen mit Behinderung weiterhin durch die BWO entlohnt und versichert, ihr Arbeitsplatz befindet sich jedoch in einem oberbergischen Unternehmen. Auch Dietrich Klass konnte auf diese Weise in einem Lackierbetrieb Erfahrungen sammeln, mit denen er schließlich bei seinem neuen Arbeitgeber punkten konnte.

Firmeninhaber Oliver Peters lud Dietrich Klass auf die Empfehlung eines Mitarbeiters zum Probearbeiten ein – und dieser ließ sich die Chance, den Chef von sich zu überzeugen, nicht entgehen. Es folgten ein Praktikum, ein Betriebsintegrierter Arbeitsplatz und schließlich ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Eintritt in die BWO unterschrieb Dietrich Klass seinen Arbeitsvertrag bei Peters. Gehen mussten die beiden diesen für sie unbekannten Weg dabei nicht alleine: Sowohl die BWO als auch das LVR-Inklusionsamt standen Arbeitgeber und – nehmer zur Seite. „Wir beraten beispielsweise über Unterstützungsmöglichkeiten und beantragen Fördergelder“, so Stefan Hannebohn vom Integrationsfachdienst.

Genau wie die beiden Berater ließ es sich auch Michael Bey, Gesamtleiter Werkstätten der BWO, nicht nehmen, nach der Vertragsunterzeichnung zum Gratulieren in den Waldbröler Betrieb zu kommen. Hier ist es die Aufgabe von Klass, die Autos zu waschen, bevor sie an die Kunden zurückgehen – und dies tut er mit Leidenschaft. „Ich war schon immer Autofan und habe hier meinen Traumjob und viele nette Kollegen gefunden“, freute sich Klass, für den die Arbeit auch eine ganz neue Form der Selbstständigkeit bedeutet. Dank dafür, dass er seinem neuen Mitarbeiter diese Chance bot, weist Firmeninhaber Peters jedoch freundlich von sich: „Wir gewinnen ja ebenso: Dietrich ist eine echte Bereicherung für das Team“, machte er deutlich, dass auch seine Firma von Klass‘ Sprung auf den 1. Arbeitsmarkt profitiert hat.

Gemeinsam gespielt und gearbeitet: Schüler besuchten die BWO

Im Rahmen ihrer Projektwoche besuchten Schüler des Berufskollegs Dieringhausen die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH – Kooperation soll aufrechterhalten und ausgebaut werden.

Unter dem Motto „Mit Herz, Hand und Verstand am Berufskolleg Dieringhausen“ fand in der vergangenen Woche die diesjährige Projektwoche des Berufskollegs statt. In diesem Rahmen besuchte die Projektgruppe „Inklusion in Oberberg“ die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH. Unter dem Motto „Inklusion erleben“ startete der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück am BWO-Standort in Wiehl-Faulmert. Bei der anschließenden Rallye durch die Werkstatt lernten die einzelnen Gruppen – bestehend aus Schülern des Berufskollegs und Beschäftigten des BerufsBildungsBereichs (BBB) der BWO – viel über die Geschichte und die Tätigkeitsfelder der Werkstatt. Das war für beide Seiten interessant, da auch die Beschäftigten des BBB erst seit Kurzem in der Werkstatt arbeiten und so viele neue Eindrücke erhalten konnten. Der BBB startet immer nach den Sommerferien und gibt neuen Beschäftigten der BWO die Möglichkeit, sich in verschiedenen handwerklichen Bereichen auszuprobieren, um so für sich herausfinden zu können, in welchem Bereich man später arbeiten möchte.

Während der Rallye erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel, dass die BWO 1972 vom „Verein zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis“ gegründet wurde. Die Mitglieder des Vereins waren selber Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung und wollten eine Einrichtung schaffen, in der ihre Kinder nach der Schulzeit gefördert und betreut werden. Mit damals sieben Beschäftigten gestartet, hat sich die BWO bis heute zur größten Reha-Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderung im Oberbergischen Kreis entwickelt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen führten alle Teilnehmer gemeinsam realistische Aufträge der Werkstatt aus: Klemmen wurden montiert, Reifenheber verpackt oder Holzteile gefeilt und lackiert. Viel Spaß hatten alle auch bei einer gemeinsamen Partie Wikingerschach. So ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende, der allen Beteiligten viel Freude bereitet hat. Aus diesem Grund soll die Kooperation zwischen Berufskolleg und BWO in Zukunft aufrechterhalten und ausgebaut werden. Über die Möglichkeiten, die eine solche Kooperation für die Schüler des Berufskollegs mit sich bringt, informierte die Projektgruppe am vergangenen Samstag im Rahmen eines Tags der offenen Tür am Berufskolleg. Hier stellten die verschiedenen Schülergruppen die Ergebnisse ihrer Projektwoche vor. Die Gruppe „Inklusion in Oberberg“ machte ihre Mitschüler anhand von Plakaten unter anderem darauf aufmerksam, dass die BWO Praktikumsplätze und vergibt und hier ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert werden kann.

Bikergottesdienst mit großherziger Spende

Gummersbach/Wiehl – Die Besucher des 12. Bikergottesdienstes der Neuapostolischen Kirche Bezirk Köln-Ost, Gemeinde Gummersbach spendeten 635 € für den Verein zur Förderung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis – Als Dank lud der Vereinsvorstand den Gemeindevorsteher zum Rundgang durch die BWO.

Einmal im Jahr zieht es zahlreiche Biker aus ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch dem benachbarten Ausland, nach Gummersbach-Niederseßmar. Hier ist der Bikergottesdienst der Gummersbacher Gemeinde der Neuapostolischen Kirche Bezirk Köln-Ost zu einer schönen Tradition geworden. Bereits zum zwölften Mal fand dieser am vergangenen Sonntag statt und erneut konnten sich die Organisatoren, die Bikergruppe der Gemeinde, über zahlreiche Besucher freuen: 109 Gläubige waren nach Niederseßmar gekommen, um Gottesdienst zu feiern und im Anschluss ein paar gesellige Stunden miteinander zu verbringen. Gegrillte Würstchen und Salate wurden dabei gegen eine Spende abgegeben.

Die so erzielte Summe kam in den vergangenen Jahren einem Projekt zur Unterstützung von Waisen in Sambia zu Gute. „In diesem Jahr hatten wir uns dazu entschlossen, für einen guten Zweck in der Region zu spenden“, erklärte Evangelist Bernd Müllenschläder, Vorsteher der Gemeinde. Die Wahl fiel auf den 1963 in Wiehl gegründeten „Verein zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis“, den der Vorstandsvorsitzende Klaus Pütz im Gottesdienst vorstellte. 635 € spendeten die Biker im Anschluss. Für diese wertvolle Unterstützung bedankte Pütz sich nicht nur herzlich bei den Spendern, sondern lud Müllenschläder und seinen Sohn Malte Schubert auch direkt zur Besichtigung der BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH ein, die der Verein im Jahr 1972 in Wiehl-Faulmert gründete. Der Einladung folgten die beiden gerne und ließen sich am gestrigen Dienstag von Klaus Pütz und Michael Bey, Gesamtleitung Werkstätten, durch die BWO in Wiehl-Bomig führen.

Dabei erfuhren sie, dass sich die BWO von einer Werkstatt mit sieben Beschäftigten zu einer der größten Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung im Oberbergischen Kreis entwickelt hat: An drei Standorten sind heute weit über 700 Menschen beschäftigt. „Die BWO steht allen Menschen offen, ganz egal welcher Art oder Schwere ihre Beeinträchtigung ist“, erklärte Pütz. Darum bietet die BWO ganz verschiedene Bereiche: von den Heilpädagogischen Gruppen, in denen Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen gefördert werden, bis zu Arbeitsplätzen, an denen solch komplexe Tätigkeiten wie Schweißen oder Fräsen ausgeführt werden. Auch einem Snoezelenraum, in dem sich die Beschäftigten zur Entspannung zurückziehen können, sowie der Lehrküche und dem Musikraum, in denen begleitende Maßnahmen zur Förderung der Persönlichkeit angeboten werden, stattete die Gruppe einen Besuch ab. Beeindruckt von der Vielseitigkeit der BWO und mit der Gewissheit, dass die Spende der Biker gut investiert wurde, fuhren die Gäste schließlich wieder nach Hause.

Die BWO begrüßt ihre neuen Beschäftigten

Wiehl - 13 junge Leute begannen am 2. September ihre Tätigkeit in den Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO) – In den nächsten 27 Monaten durchlaufen sie mehrere Stationen des BerufsBildungsBereichs und lernen hier nicht nur für den Job, sondern fürs Leben.

Das Ende der Schulzeit und der Start ins Berufsleben sind für jeden jungen Menschen ein großer Schritt. Nichts anderes gilt für Menschen mit Handicap. Kein Wunder also, dass die Nervosität, aber auch Vorfreude der 13 jungen Leute, die gestern ihren ersten Arbeitstag in der BWO Behinderten Werkstatt Oberberg hatten, regelrecht greifbar war. Die 17- bis 19-Jährigen besuchten bis zu den Sommerferien die Förderschulen Hugo-Kükelhaus oder Helen-Keller in Wiehl sowie die Anne-Frank-Schule in Wipperfürth. Nun bilden sie gemeinsam den neuen Jahrgang des BerufsBildungsBereichs (BBB) der BWO, der immer nach den Sommerferien startet und den jeder Neuzugang durchläuft.

Welche Arbeit macht mir Spaß, wo liegen meine Stärken und was muss ich noch lernen, um die Arbeit zu verrichten, die mir Spaß macht? Diese Fragen, die jeden jungen Menschen in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf beschäftigen, stehen nun auch für die neuen Teilnehmer des BBB der BWO im Mittelpunkt. Sie bekommen ihren Arbeitsplatz in der Werkstatt nicht einfach zugeteilt, sondern erhalten im BBB die Möglichkeit, gemeinsam mit den Fachkräften richtungsweisende Antworten auf diese wichtigen Fragen zu finden.

Der BBB beginnt mit dem dreimonatigen Eingangsverfahren. Gemeinsam mit den Bildungsbegleitern der BWO klären die Teilnehmer, ob für sie eine Werkstatt die richtige Einrichtung zur Eingliederung in das Arbeitsleben ist. Zur Ermittlung der Kompetenzen der Teilnehmer werden verschiedene Testverfahren angewandt. In der sich anschließenden Berufsbildungsmaßnahme werden die unterschiedlichen Produktionstätigkeiten der BWO sowie Kenntnisse über verschiedene Werkstoffe, Werkzeuge und Maschinen vermittelt. Neben beruflichen Fertigkeiten stehen vor allem die sozialen und lebenspraktischen Kompetenzen im Vordergrund. Die fortlaufende Förderplanung sowie die individuellen Lehrpläne unterstützen die persönliche Entwicklung eines jeden Teilnehmers.

Auch Praktika innerhalb der Werkstatt und, wenn möglich, in einem Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, stehen auf dem Programm. Kurz: Die „Neuen“ in der BWO sollen herausfinden, welche Arbeit ihnen Freude macht. Ziel der Bildungsbegleiter ist es, jedem Teilnehmer mit Behinderung die Kompetenzen zu vermitteln, die er für diesen Job braucht – in der Werkstatt, oder auf dem 1. Arbeitsmarkt.

Monika Reif (2. v. li.), Leiterin des BerufsBildungsBereichs der BWO, begrüßte die Neuzugänge gemeinsam mit ihren Kollegen (v. li.) Heike Eigen, Julian Pfiffer und Hans Salmen.

Sie möchten an "Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH" spenden?
Sie möchten Mitglied werden?