Die BWO begrüßt ihre neuen Beschäftigten

Die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg heißen 16 junge Leute, die im September und Oktober ihre Tätigkeit in der Werkstatt aufnehmen, herzlich Willkommen. Vor den Sommerferien besuchten sie die Förderschulen Helen-Keller, Hugo-Kükelhaus (beide Wiehl), Anne-Frank (Wipperfürth) oder CJG St. Antoniusschule (Reichshof). Nun sind sie in ihr Berufsleben gestartet – und dieser Start erfolgte in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen. So stand als aller erstes eine Lerneinheit zu den Themen „Corona-Virus“ und „Hygiene“ für den neuen Kurs des BerufsBildungsBereichs (BBB) auf dem Programm.

Der neue Jahrgang des BBB startet immer nach den Sommerferien und wird von jedem Neuzugang der BWO durchlaufen. Der BBB beginnt mit dem dreimonatigen Eingangsverfahren. In dieser Zeit werden grundlegende Fragen gestellt. „Ist die Werkstatt für mich die richtige Einrichtung?“, „Welche Möglichkeiten bieten sich mir?“, „Wo liegen meine Stärken und welche Tätigkeiten passen zu mir?“ Um diese Fragen zu beantworten, wird eine umfangreiche Kompetenzanalyse mit eigenen und standardisierten Testverfahren (HAMET) durchgeführt. Erste Tätigkeitsfelder können erprobt werden und im persönlichen Gespräch mit einem Bildungsbegleiter der BWO werden die ersten persönlichen und beruflichen Ziele entwickelt und festgeschrieben.

Nach dem Eingangsverfahren beginnt die Berufsbildungsmaßnahme. Hier werden die unterschiedlichen Produktionstätigkeiten der BWO sowie Kenntnisse über verschiedene Werkstoffe, Werkzeuge und Maschinen vermittelt. Neben beruflichen Fertigkeiten stehen vor allem die sozialen und lebenspraktischen Kompetenzen im Vordergrund. Die fortlaufende Förderplanung sowie die individuellen Lehrpläne unterstützen die persönliche Entwicklung eines jeden Teilnehmers. Auch Praktika innerhalb der Werkstatt und, wenn möglich, in einem Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, stehen auf dem Programm.

In den ersten Wochen geht es aber erst einmal um das gegenseitige Kennenlernen, erste Arbeitstrainings und Grundunterweisungen zu Themen wie Arbeitssicherheit, Brandschutz und eben Corona. Dass ihre Arbeitsplätze mit Plexiglasscheiben voneinander getrennt sind, man Masken tragen muss und Abstandsregeln einzuhalten sind, stört die Neuzugänge der BWO dabei nicht. „Man muss das Virus ja bekämpfen“, sagt ein BBB-Teilnehmer und auf die Frage, ob sie sich in der BWO bislang wohl fühlen, erscholl ein einhelliges „Ja“.

Auch unter den Mitarbeitern des BBB findet man zum Start des neuen Jahrgangs ein neues Gesicht: Michael Hoffmann ist der neue Gruppenleiter der Holzwerkstatt des BBB. Mit den Bildungsbegleitern Heike Eigen und Julian Pfiffer bildet er das Team um Monika Reif, Leitung Bildung, Qualifizierung & Soziales bei der BWO.

Aktuelle Informationen zum Corona-Virus: Die BWO-Werkstätten sind wieder voll geöffnet

Um auch bei uns in den Werkstätten wieder den Schritt zurück in die „Normalität“ zu erreichen, wurde die Vollöffnung der Werkstatt am Dienstag, 01.09.2020, mit allen Beschäftigten an allen drei Standorten umgesetzt. Nur in Ausnahmefällen bleiben Beschäftigte weiterhin zu Hause. Damit machen wir den Weg frei, wieder zurück in den normalen Arbeitsrhythmus zu gelangen und die Teilhabe am Arbeitsleben für alle zu ermöglichen und zu fördern.

Das bestehende Sicherheits- und Hygienekonzept der Werkstatt wurde ergänzt und durch das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises und in Unterstützung mit der BGW Berufsgenossenschaft vor Ort beraten und freigegeben.

Es wurden alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um für die Beschäftigten und die Mitarbeiter der BWO den erforderlichen Hygieneschutz zu gewährleisten und die Regelungen des Arbeitsschutzes zu erfüllen. Die Umsetzung des Konzepts hat sich seit der Wiedereröffnung gut bewährt. Die Hygienevorschriften werden von allen sehr gut umgesetzt. Das Tragen der Masken und die Einhaltung von Sicherheitsabständen läuft mittlerweile routiniert.
 

Unsere Mitarbeiter werden die Personen, die bisher noch nicht wieder in der Werkstatt aufgenommen wurden, entsprechend kontaktieren.  
 

Weitere Fragen beantworten die Ansprechpartner im Sozialen Dienst und die Werkstattleitungen an den Standorten auch gerne weiterhin telefonisch.

 

Mit freundlichen Grüßen

Jens Kämper

Bundesminister Heil: „Ich nehme Ihre Anliegen mit nach Berlin“

Als Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales (SPD), den Gruppenraum der BWO verließ, fiel sein Blick auf eine Botschaft und er musste herzlich lachen: „Guten Tag Herr Arbeitsminister. Bitte nicht alles fertigmachen. Wir würden am Montag auch gerne noch etwas zum Arbeiten haben“, stand dort auf einem Aushang, den die Mitarbeiter und Beschäftigten der BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH für den Minister hinterlassen hatten. Trotz aller Heiterkeit am Ende hatte der Besuch des Ministers in der BWO vor allem aber einen ernsten Hintergrund: Er wollte sich am vergangenen Samstag am BWO-Standort Bomig über die Auswirkungen und Folgen der Corona-Krise für die Eingliederungshilfe informieren.

Heil war auf Einladung von SPD-Bundesvorstandsmitglied Michaela Engelmeier und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Kreistag, Tobias Schneider, nach Bomig gekommen. Begleitet wurde er unter anderem von Landrats-Kandidatin Tülay Durdu. Auch die Bürgermeister Ulrich Stücker (Wiehl) und Jörg Bukowski (Morsbach) sowie Thorsten Konzelmann, Vorsitzender der SPD Oberberg, nahmen an der Gesprächsrunde teil. „Ich möchte meinen Besuch zunächst dafür nutzen, Ihnen allen ganz herzlich für Ihre Arbeit zu danken“, wandte Heil sich an die Vertreter der BWO sowie der HBW Haus für Menschen mit Behinderung Wiehl GmbH, der Frühförder- und Beratungsstelle „Haus früher Hilfen“ und des Wohnverbunds St. Gertrud in Morsbach, die ebenfalls anwesend waren. „Ich möchte aus diesem Gespräch etwas in meinen Rucksack packen und mit nach Berlin nehmen“, forderte der Minister die Anwesenden auf, ihre Sorgen und Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie klar zu benennen.


Und einen „dicken Rucksack“ packten die Vertreter der Eingliederungshilfe dem Minister tatsächlich: BWO-Geschäftsführer Jens Kämper und Michael Bey, Gesamtleiter der BWO, berichteten sowohl über wirtschaftliche Schäden wie auch die emotionale Belastung für Beschäftigte und Mitarbeiter: Viele der Menschen mit einer geistigen Behinderung, die in der BWO arbeiten, konnten nicht verstehen, warum sie plötzlich nicht mehr in die Werkstatt kommen durften. Die Produktion musste jedoch weiterlaufen, was einen enormen Druck auf die Mitarbeiter ausübte, die versuchten, diese ohne die 740 Beschäftigten der BWO aufrechtzuhalten. Trotz aller Anstrengungen ging ein Großkunde verloren, zeitgleich riss die Beschaffung von Schutzartikeln wie Masken und Plexiglasscheiben ein großes Loch ins Portemonnaie. Auch die Löhne für die Beschäftigten mussten weitergezahlt werden, obwohl diese die Werkstatt zum Schutz vor dem Virus nicht mehr betreten durften.

Zahlreiche unverständliche Regelungen und Probleme bei der Refinanzierung dieser Ausgaben benannte Doreen Fiedler, kaufmännische Leiterin der BWO. Andreas Lamsfuß, Gesamtleiter des HBW, und Heike Schmidt, Leiterin des Wohnverbundes St. Gertud, berichteten von dem Unverständnis ihrer Mitarbeiter angesichts der Tatsache, dass Altenpflege- und Krankenhauspflegekräfte einen Bonus erhalten, die Eingliederungshilfe aber leer ausgeht. Und Dr. Wolfgang Wörster, Leiter des Hauses früher Hilfen, äußerte sein Unverständnis darüber, dass Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen auf das Virus getestet werden, seine Mitarbeiter jedoch nicht, obwohl sie ebenfalls mit Kindern arbeiten. „Die Frühförderung und die Eingliederungshilfe werden in dieser Krise überhaupt nicht wahrgenommen. Das schmerzt“, fasste er die Wortbeiträge zusammen.


Der Minister versprach, sich auch bei seinen Kollegen auf Landes- und Bundesebene für schnelle Lösungen einzusetzen. Auch in Sachen Bonuszahlungen könne das letzte Wort noch nicht gesprochen worden sein, so der Minister. „Ich nehme Ihre Sorgen ernst, bitte aber um Verständnis, dass in der Pandemie nicht alles auf Anhieb glatt gelaufen ist. Wir haben es hier mit der größten politischen Herausforderung unserer Generation zu tun. Auch wir lernen in dieser Ausnahmesituation immer noch dazu“. Betroffen von dem, was sie hörte, war auch Landratskandidatin Durdu. „Als Landrätin möchte ich der Wohlfahrtspflege eng zur Seite stehen. Ich möchte das Sprachrohr für Sie und die Menschen, die Sie betreuen, sein“, versprach sie. Nach diesem offenen Austausch begaben sich die Gesprächsteilnehmer auf einen kleinen Rundgang durch die BWO und fanden den Aushang der Mitarbeiter. Der sorgte dafür, dass der Minister seinen Besuch in der BWO wohl so schnell nicht vergessen wird.
 

Wir gratulieren zum Jubiläum!

Über 30 Beschäftigten und zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH konnten wir im September zum Jubiläum gratulieren. Glückwünsche überbrachten neben Jens Kämper, Geschäftsführung, und Michael Bey, Gesamtleitung, auch Mitglieder des jeweiligen Leitungsteams, die Gruppenleiter sowie Vertreter*innen des Werkstattrates (in Faulmert: Michael Bujock, in Lichtenberg: Mareike Leckebusch, in Bomig: Franziska Wienand).

Vielen Dank für Euren/Ihren Einsatz und die langjährige Mitarbeit in der BWO.



Unsere Jubilare in der BWO Faulmert

10 Jahre: Andreas Goertz, Seyma-Nur Dikmen, und Michael Zießow.

25 Jahre: Stefan Lang, Josef Deutsch, Melanie Selva und Uwe Zerwes.



Unsere Jubilare in der BWO Lichtenberg

10 Jahre: Patrick Freund, Victoria Giesbrecht, Thomas Havemann, Timo Kaminski, Mario Maric, Lisa Marrenbach, Philip Martinet und Natalie Neuhof.

25 Jahre: Michael Kielenz, Dirk Klenke, Mike Lenz, Anita Spruda und Olga Willer.



Unsere Jubilare in der BWO Bomig

10 Jahre: Saduman Ardic, Kevin Nusch, David Gusew, Sascha Röhr, Stefan Schmitz, Julian Scholz, Ingo Deitenbach.

25 Jahre: Tarkan Ademoglou, Svenja Herder, Olga Jäger, Jörg Selbach, Olga Teise und Wiebke Wendt.

40 Jahre: Sabine Schulze und Jürgen Wendt.

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen: Tatjana Mauceri (10 Jahre, Bomig) und Lara Sarx (10 Jahre, Lichtenberg).

Eigentlich ist es in der BWO guter Brauch, alle Jubilare in einer großen Feier zu ehren. Diese findet üblicherweise im Oktober statt. Aufgrund der Corona-Pandemie muss die Veranstaltung in diesem Oktober ausfallen – wird aber sobald möglich nachgeholt!

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