Am 5. Mai heißt es: „Wir sind 10 Millionen – Menschenrechte sind nicht verhandelbar!“
Montag, 5. Mai 2025
Mit einem „breiten Lächeln für Inklusion“ ruft der Werkstattrat der BWO gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen dazu auf, sich für Selbstbestimmung, Barrierefreiheit und eine inklusive Gesellschaft stark zu machen.
Am 5. Mai finden seit mehr als 30 Jahren bundesweit Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geraten wichtige Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit und Gleichberechtigung zunehmend aus dem Blickfeld von politischen Entscheidungsträger*innen. Dabei sind sie die Voraussetzung für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen unverzichtbar für eine zukunftsfähige und vielfältige Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, bisher nicht realisierte Maßnahmen, wie die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungs- und des Behindertengleichstellungsgesetzes, endlich umzusetzen. Mit der Regierungsbildung eröffnen sich neue Perspektiven und Möglichkeiten. Ziel muss es sein, eine barrierefreie Umwelt zu gestalten, in der jede und jeder selbstbestimmt leben kann.
Zum Protesttag fordert darum auch der Werkstattrat der BWO Bilden. Wirken. Oberberg. GmbH gemeinsam mit den Beschäftigten der BWO umfassende Barrierefreiheit, Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung sowie ihre Beteiligung an allen Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen. „Wir schließen uns dem diesjährigen Motto der Aktion Mensch an: Wir sind 10 Millionen – Menschenrechte sind nicht verhandelbar – denn es geht nicht nur um uns, sondern um alle Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland“, so die Mitglieder des BWO-Werkstattrats. Wir in der BWO haben verstanden, dass Inklusion und Vielfalt die Gesellschaft auf allen Ebenen stärken. Darum geben wir heute ein „breites Grinsen für Inklusion“ und fordern alle Bürger*innen auf, aktiv zu werden und Menschen mit Beeinträchtigung dabei zu unterstützen, sich für ihre Rechte stark zu machen.
„Wählen ist wichtig, damit gute Leute in die Regierung kommen“
Mittwoch, 19. Februar 2025
Erst seit 2019 gilt das inklusive Wahlrecht in Deutschland. Die vorgezogene Bundestagswahl ist somit erst die zweite, bei der Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zur Wahl eines Bundestags eingeladen sind. Vom eigenen Wahlrecht Gebrauch machen – für viele der Beschäftigten der BWO Bilden. Wirken. Oberberg. GmbH ist das also noch keine Selbstverständlichkeit. Darum haben es sich Johannes Wester, Pädagogische Leitung der BWO, und Magnus Liebetanz, Inklusionsdienst der BWO, zur Aufgabe gemacht, darüber zu informieren, wie eine Wahl vonstattengeht, welche Parteien zur Wahl stehen und vor allem darüber aufzuklären, wie wichtig es ist, das eigene Stimmrecht zu nutzen. Den Auftakt machten sie am vergangenen Freitag, 7. Februar, am Standort Faulmert. Es folgen Info-Veranstaltungen an den Standorten Bomig (14.2.) und Lichtenberg (21.2.).
„Ich habe vielleicht mit zehn, zwölf Teilnehmern gerechnet. Und jetzt platzt der Speisesaal aus allen Nähten“, freute sich Magnus Liebetanz zum Auftakt in Faulmert über die rege Beteiligung. Die Beschäftigten brachten dabei nicht nur Interesse, sondern auch viel Vorwissen mit: „Wählen ist wichtig, damit gute Leute in die Regierung kommen“, unterstrich eine Beschäftigte. Und ein anderer beeindruckte durch seine gekonnte Ableitung des Worts Demokratie vom lateinischen „democratia“ als die „Herrschaft des Volkes“. Was der Bundestag ist und was die Abgeordneten dort tun, wusste die Beschäftigte Rosi Politz zu berichten. Sie ist eine Klientin der HBW GmbH und nahm mit anderen Klienten sowie Mitarbeitenden der Heimat. Begleitung. Wohnen GmbH an einer Bildungsreise nach Berlin teil. Unterstützt von Bereichsleiter Christopher Mack berichtete sie ihren Kollegen von dieser interessanten Fahrt.
Mithilfe von Erklärvideos in Leichter Sprache erläuterten Magnus Liebetanz und Johannes Wester, wie man wählt. Dabei erfuhren die Beschäftigten, wie der Wahlzettel aussieht, was Erst- und Zweitstimmen sind und dass sie ein Recht auf Unterstützung in der Wahlkabine haben. Die Kernaussagen der sieben größten deutschen Parteien stellten die beiden anhand der Wahlprogramme vor. Zum Schluss erhielten die Beschäftigten noch viele Tipps dazu, wo sie weitere Informationen in Leichter Sprache zu den Parteien bekommen können. „Wir geben euch keine Wahlempfehlungen“, stellte BWO-Gesamtleiter Oliver Meinhold zum Schluss noch einmal klar. „Aber wir laden euch ein, euer Wahlrecht zu nutzen und euch über die verschiedenen Parteien zu informieren.“ Dafür, dass die Beschäftigten nun viele wichtige Infos und verständliche Materialien für eine fundierte Wahlentscheidung an die Hand bekommen haben, dankte er Johannes Wester und Magnus Liebetanz herzlich.
„Sie schließt eine große Lücke“
Donnerstag, 5. September 2024
Am Krankenhaus Gummersbach ist die junge Frau in grüner Gärtnerkleidung, die sich zusammen mit ihrem Abteilungsleiter Axel Bäumer unter anderem um die Grünanlagen kümmert, längst ein bekannter Anblick: Die Kollegen grüßen, man wechselt ein paar Worte und auch einige Patienten kennen Belinda Kocabas bereits, grüßen freundlich und halten Smalltalk. Dass diese für viele Arbeitnehmer ganz alltägliche Situation für die 37-Jährige Gummersbacherin eine echte Erfolgsgeschichte ist, ahnen dabei nur wenige.
Bevor sie Mitarbeiterin der GKD (Gesellschaft für Krankenhausdienstleistungen mbH) wurde, war Belinda Kocabas Beschäftigte der BWO Bilden. Wirken. Oberberg GmbH. Gegenüber Magnus Liebetanz vom Inklusionsdienst der BWO äußerte sie den Wunsch, ein Praktikum außerhalb der BWO zu absolvieren. Und von ihm bekam sie genau die Unterstützung, die sie brauchte, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Entgegen der landläufigen Meinung, dass Werkstätten für Menschen mit Behinderung ein geschlossenes System ohne Ausweg für die Beschäftigten sind, gilt natürlich auch bei uns das Wunsch- und Wahlrecht. Der Inklusionsdienst der BWO ist eigens dafür da, den Beschäftigten Perspektiven in ein selbstständiges Arbeitsleben zu eröffnen“, erklärt Magnus Liebetanz. Dafür benötigt die BWO jedoch Kooperationspartner, also Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance geben.
Ein solcher Kooperationspartner war mit der GKD schnell gefunden. Auf ein dreiwöchiges Praktikum folgte 2021 die Einrichtung eines Betriebsintegrierten Arbeitsplatzes (BiAp). Ein BiAp eröffnet Menschen mit Beeinträchtigung einen Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Formell bleiben sie Beschäftigte der BWO, arbeiten aber vor Ort in einem regulären Unternehmen, einer Verwaltung oder Organisation ihres Wunsches. Im Unternehmen ihres Wunsches, der GKD mbH, tat sich Belinda Kocabas schnell durch ihren Fleiß, ihre Gewissenhaftigkeit und ihren Spaß an der Arbeit hervor. Und auch menschlich passte es: „Wir waren von Anfang an ein gutes Team mit einem vertrauensvollen Arbeitsverhältnis“, sagt Abteilungsleiter Axel Bäumer, den mit Belinda Kocabas auch das gemeinsame Ehrenamt „Feuerwehr“ verbindet.
Man habe also gar nicht lange überlegen müssen, erklärt GKD-Betriebsleiter Peter Frömbgen, bevor man Belinda Kocabas in diesem Jahr übernommen habe.
Und das sei eine richtige Win-Win-Situation: „Leider haben wir ein echtes Nachwuchsproblem in dieser Branche. Dabei ist die Pflege unserer Außenanlagen extrem wichtig: Sie werden von den Besuchenden zuerst wahrgenommen und sind wie unsere Visitenkarte. Frau Kocabas leistet daher ganz wichtige Arbeit und schließt eine große Lücke“. Für Belinda Kocabas bedeutet der Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt eine ganz neue finanzielle Unabhängigkeit und Selbstständigkeit – und somit ein ganz neues Selbstbewusstsein. „Für uns alle ist es eine echte Erfolgsgeschichte“, sind sich Peter Frömbgen, Axel Bäumer und Belinda Kocabas einig.
Unternehmen, die einem Menschen mit Beeinträchtigung ebenfalls ein Praktikum oder Betriebsintegrierten Arbeitsplatz bieten möchten, können sich an den Inklusionsdienst der BWO wenden: 02261 / 6069-227, inklusionsdienst@bwo-wiehl.de.
Personelle Umstrukturierung in der BWO
Donnerstag, 1. Februar 2024
Die BWO Bilden. Wirken. Oberberg. GmbH rückt die Bedeutung der pädagogischen Arbeit seit Beginn des Jahres noch stärker in den Fokus als zuvor: Oblag die Pädagogik bislang den jeweiligen Standortleitungen, wurde zum 1. Januar 2024 die Stelle einer pädagogischen Leitung für die gesamte Werkstatt ins Leben gerufen. „Als anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung sind wir seit jeher nicht nur eine Stätte der Arbeit, sondern bieten unseren Beschäftigten eine ganzheitliche Förderung. Dabei nimmt die pädagogische Arbeit einen besonderen Stellenwert ein. Das nehmen wir durch die Umstrukturierung noch stärker in den Blick“, so BWO-Geschäftsführer Jens Kämper.
Die neue Aufgabe übernimmt seit dem 1.1.2024 Johannes Wester, der zuvor den Standort Faulmert geleitet hat. Für die neue verantwortungsvolle Stelle bringt der Diplom-Sozialarbeiter viel Erfahrung mit. Die Werkstatt Faulmert leitet nun Oliver Meinhold, der zuvor in gleicher Position in Morsbach-Lichtenberg tätig war. Er übernahm zudem auch die stellvertretende Gesamtleitung. Seine Nachfolge in Lichtenberg trat Rainer Köhler an. Durch seine langjährige Arbeit als Produktionsleitung am Standort ist ihm die Lichtenberger Werkstatt, ihre Abläufe und ihre Menschen gut bekannt. Ebendies gilt für den neuen Lichtenberger Produktionsleiter Sven Büser, der bereits seit 2008 am Standort tätig ist.
Nach der Umbenennung im Jahr 2023 ist die personelle Umstrukturierung bereits die zweite wesentliche Neuerung, mit der sich die BWO stark für ihre Beschäftigten und die Zukunft macht.