Stellungnahme zu einer kleinen Anfrage der AfD im Bundestag

Liebe Leserinnen und Leser, die AfD hat mit ihrer kleinen Anfrage im Bundestag zu „Straftaten und Gefahrenpotenzial von psychisch kranken Flüchtlingen“ erneut die Grenzen der Toleranz und der annehmbaren Wertehaltungen überschritten. Bereits im Frühjahr 2019 hatte die AfD in einer kleinen Anfrage im Bundestag einen Bezug zwischen Inzucht, Migration und Behinderung hergestellt. Wir, die HBW GmbH und die BWO GmbH, distanzieren uns ausdrücklich von solchen unwürdigen und menschenfeindlichen Ansätzen und möchten uns ausdrücklich dieser Pressemitteilung der 26 Sozialverbände anschließen: www.verbaende.com/news.php/26-Verbaende-positionieren-sich-fuer-Demokratie?m=132006

Schönes, Nachhaltiges und Nützliches aus der BWO

Kreativ sein und die eigenen handwerklichen Fähigkeiten trainieren – diese Möglichkeit bieten die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg Menschen mit Handicap mit ihrer Holzwerkstatt. Mit sorgfältiger Handarbeit und dem gezielten Einsatz von Maschinen fertigen die Beschäftigten hier Produkte aus dem natürlichen Rohstoff Holz. „Dabei kommt es uns besonders aus Nachhaltigkeit an. Viele unserer Produkte fertigen wir beispielsweise aus Einwegpaletten und schenken ihnen so ein zweites Leben als Laterne oder Holz-Adventsbaum“, erklärt BWO-Mitarbeiter Hans-Jürgen Salmen.

Direkt neben der Holzwerkstatt am BWO-Standort Faulmert hat Oliver Ley seine Korbflechterei eingerichtet und bietet langlebige Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen an. Er kam gehörlos und blind auf einem Auge zur Welt, im Laufe der Jahre nahm auch die Sehkraft des anderen Auges ab. Seine Ausbildung zum Korbflechter absolvierte er nichtsdestotrotz mit Bravour und erhielt zu seinem Gesellenbrief auch die Kammersieger-Urkunde der Handwerkskammer in Konstanz. Seinem Beruf geht er nach wie vor mit großer Leidenschaft nach.

Dank einer Kooperation mit dem Baumarkt Profi Point Scherer gibt es die Holz- und Flechtprodukte nun auch außerhalb der BWO zu kaufen. Noch bis Ende des Jahres finden die Kunden des Engelskirchener Baumarkts im Eingangsbereich einen Stand, an dem die von Menschen mit Behinderung hergestellten Waren angeboten werden. „Wir finden es toll, dass quasi in der Nachbarschaft solch nachhaltige Produkte handwerklich hergestellt werden und wir mit der BWO einen Lieferanten aus der Region gewinnen konnten. Wir unterstützen die Werkstatt gerne, indem wir ihr neue Vertriebswege eröffnen“, erklärten die Marktleiter von Profi Point Scherer. Darum war es für sie auch selbstverständlich, dass der Erlös aus dem Verkauf auch zu 100 Prozent in die Holzwerkstatt und Korbflechterei zurückfließt. „Das ist eine tolle Art von Wertschätzung für unsere Arbeit“, freuten sich die BWO-Mitarbeiter.

65-mal Grund zum Feiern

65 gute Gründe zum Feiern gab es am Dienstag, 5. November, bei den BWO Behinderten Werkstätten Oberberg: 35 Beschäftigte feierten ihre zehnjährige Zugehörigkeit zu den Werkstätten, 26 Jubilare ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit und vier Jubilare konnten sogar auf 40 Jahre in der BWO zurückschauen. Um dies gemeinsam zu feiern, waren die Jubilare aus den drei BWO-Standorten in Wiehl-Faulmert, Wiehl-Bomig und Morsbach-Lichtenberg nach Oberbantenberg gekommen. Hier fand im vereinseigenen Begegnungszentrum des Vereins zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis, der Träger und Hauptgesellschafter der BWO ist, die diesjährige Jubilar-Feier statt.

Diese wurde durch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Begleitenden Dienstes der Bomiger Werkstatt organisiert. Und wie es sich für eine ordentliche Feier gehört, hatten die Mitarbeiter für gutes Essen und stimmungsvolle Musik gesorgt: Zunächst versetzte die BWO-Musikband aus Bomig die Gäste in Feierlaune, dann lockte BWO-Mitarbeiter Heiner Jungebluth mit seinem Akkordeon manchen Jubilar auf die Tanzfläche. Die Ehrungen nahm BWO-Geschäftsführer Jens Kämper gemeinsam mit der Vorsitzenden des Werkstattrates, Andrea Theis, vor. Beide bedankten sich bei allen Jubilaren für ihre langjährige Mitarbeit und überreichten Urkunden sowie Präsente. Seinen Höhepunkt fand der feierliche Nachmittag mit der Ehrung von Sabine Eggers, Beate Solbach, Gerd Zapp und Stefan Schulz, die seit 40 Jahren in der BWO arbeiten. „Das ist kurz vor der Goldenen Hochzeit“, lobte Kämper und freute sich auf die nächsten gemeinsamen Jahre mit den Beschäftigten.

BWO-Umweltassistenten ermöglichen Naturerlebnisse mit allen Sinnen

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung Veranstaltungen der Biologischen Station und der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft – Beim „Apfeltag“ zeigten sie nun anderen Menschen mit Behinderung, wie man aus Äpfeln leckeren Saft presst.

Wie kommt der Saft aus dem Apfel? Um dieser spannenden Frage auf den Grund zu gehen, statteten Bewohner des Hauses für Menschen mit Behinderung in Wiehl (HBW) dem Landschaftshaus, dem Bildungsraum der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht, kürzlich einen Besuch ab. Einmal im Monat veranstaltet die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK) eine solche naturkundliche Exkursion für die Menschen im Rentenalter, die im Wiehler Haus für Menschen mit Behinderung leben – und jede Veranstaltung ist für die Menschen mit einer geistigen Behinderung ein Highlight. 

Voll freudiger Erwartung waren aber diesmal nicht nur die Besucher, sondern auch die, die die Veranstaltung durchführten.Franziska, Stephanus, Timo, Christopher, Michael, Frederic und Ramona arbeiten eigentlich in den Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO). Im Rahmen einer Kooperation zwischen der BAK und der BWO haben sie sich zusätzlich zu Umweltassistenten qualifizieren lassen und hatten am „Apfeltag“ nun einmal mehr die Gelegenheit, ihr Wissen über Natur und Umwelt weiterzugeben und für andere erlebbar zu machen. Mit den Besuchern der heutigen Veranstaltung leben die Umweltassistenten in den Wohnhäusern des HBW teils Tür an Tür – Berührungsängste gab es darum keine, stattdessen eine lockere und aufgeschlossene Atmosphäre von Anfang an. Ganz ohne Aufregung und Scheu erklärte Umweltassistent Michael also erst mal, was eine Streuobstwiese eigentlich ist und auch die Antworten auf seine Frage, welche Bäume hier wachsen, ließen nicht lange auf sich warten.

Unterstützt von Manuela Thomas von der BAK präsentierten die Umweltassistenten so viel Wissenswertes rund um den Lebensraum Streuobstwiese, bevor es zum praktischen Teil des Tages ging: die Verarbeitung des Apfels zum Saft. Auch beim Zerkleinern und Pressen der Äpfel standen die Umweltassistenten ihren Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, sodass schließlich alle mit einem Glas frischgepresstem Saft auf die heimischen Streuobstwiesen anstoßen konnten.

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung, die in der BWO einer Beschäftigung nachgehen und teils im HBW wohnen, die Umweltbildung der BAK. Neun Umweltassistenten wurden bislang qualifiziert und sind somit in der Lage, mit geringer Unterstützung anderen Menschen mit Behinderung naturkundliche Themen näherzubringen. Dieses inklusive Projekt wurde 2016 mit dem Deutschen Waldpädagogikpreis von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgezeichnet. „Die Umweltassistenten sind bei diesen Veranstaltungen immer mit großem Engagement dabei und es bereitet ihnen große Freude, ihr Wissen über die Natur mit anderen Menschen zu teilen. Sie sind zu Recht stolz auf das, was sie tun“, lobte Manuela Thomas das Team der Umweltassistenten am Ende der Veranstaltung, die allen Beteiligten einmal mehr großen Spaß bereitet hat.

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