65-mal Grund zum Feiern

65 gute Gründe zum Feiern gab es am Dienstag, 5. November, bei den BWO Behinderten Werkstätten Oberberg: 35 Beschäftigte feierten ihre zehnjährige Zugehörigkeit zu den Werkstätten, 26 Jubilare ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit und vier Jubilare konnten sogar auf 40 Jahre in der BWO zurückschauen. Um dies gemeinsam zu feiern, waren die Jubilare aus den drei BWO-Standorten in Wiehl-Faulmert, Wiehl-Bomig und Morsbach-Lichtenberg nach Oberbantenberg gekommen. Hier fand im vereinseigenen Begegnungszentrum des Vereins zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis, der Träger und Hauptgesellschafter der BWO ist, die diesjährige Jubilar-Feier statt.

Diese wurde durch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Begleitenden Dienstes der Bomiger Werkstatt organisiert. Und wie es sich für eine ordentliche Feier gehört, hatten die Mitarbeiter für gutes Essen und stimmungsvolle Musik gesorgt: Zunächst versetzte die BWO-Musikband aus Bomig die Gäste in Feierlaune, dann lockte BWO-Mitarbeiter Heiner Jungebluth mit seinem Akkordeon manchen Jubilar auf die Tanzfläche. Die Ehrungen nahm BWO-Geschäftsführer Jens Kämper gemeinsam mit der Vorsitzenden des Werkstattrates, Andrea Theis, vor. Beide bedankten sich bei allen Jubilaren für ihre langjährige Mitarbeit und überreichten Urkunden sowie Präsente. Seinen Höhepunkt fand der feierliche Nachmittag mit der Ehrung von Sabine Eggers, Beate Solbach, Gerd Zapp und Stefan Schulz, die seit 40 Jahren in der BWO arbeiten. „Das ist kurz vor der Goldenen Hochzeit“, lobte Kämper und freute sich auf die nächsten gemeinsamen Jahre mit den Beschäftigten.

BWO-Umweltassistenten ermöglichen Naturerlebnisse mit allen Sinnen

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung Veranstaltungen der Biologischen Station und der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft – Beim „Apfeltag“ zeigten sie nun anderen Menschen mit Behinderung, wie man aus Äpfeln leckeren Saft presst.

Wie kommt der Saft aus dem Apfel? Um dieser spannenden Frage auf den Grund zu gehen, statteten Bewohner des Hauses für Menschen mit Behinderung in Wiehl (HBW) dem Landschaftshaus, dem Bildungsraum der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht, kürzlich einen Besuch ab. Einmal im Monat veranstaltet die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK) eine solche naturkundliche Exkursion für die Menschen im Rentenalter, die im Wiehler Haus für Menschen mit Behinderung leben – und jede Veranstaltung ist für die Menschen mit einer geistigen Behinderung ein Highlight. 

Voll freudiger Erwartung waren aber diesmal nicht nur die Besucher, sondern auch die, die die Veranstaltung durchführten.Franziska, Stephanus, Timo, Christopher, Michael, Frederic und Ramona arbeiten eigentlich in den Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO). Im Rahmen einer Kooperation zwischen der BAK und der BWO haben sie sich zusätzlich zu Umweltassistenten qualifizieren lassen und hatten am „Apfeltag“ nun einmal mehr die Gelegenheit, ihr Wissen über Natur und Umwelt weiterzugeben und für andere erlebbar zu machen. Mit den Besuchern der heutigen Veranstaltung leben die Umweltassistenten in den Wohnhäusern des HBW teils Tür an Tür – Berührungsängste gab es darum keine, stattdessen eine lockere und aufgeschlossene Atmosphäre von Anfang an. Ganz ohne Aufregung und Scheu erklärte Umweltassistent Michael also erst mal, was eine Streuobstwiese eigentlich ist und auch die Antworten auf seine Frage, welche Bäume hier wachsen, ließen nicht lange auf sich warten.

Unterstützt von Manuela Thomas von der BAK präsentierten die Umweltassistenten so viel Wissenswertes rund um den Lebensraum Streuobstwiese, bevor es zum praktischen Teil des Tages ging: die Verarbeitung des Apfels zum Saft. Auch beim Zerkleinern und Pressen der Äpfel standen die Umweltassistenten ihren Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, sodass schließlich alle mit einem Glas frischgepresstem Saft auf die heimischen Streuobstwiesen anstoßen konnten.

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung, die in der BWO einer Beschäftigung nachgehen und teils im HBW wohnen, die Umweltbildung der BAK. Neun Umweltassistenten wurden bislang qualifiziert und sind somit in der Lage, mit geringer Unterstützung anderen Menschen mit Behinderung naturkundliche Themen näherzubringen. Dieses inklusive Projekt wurde 2016 mit dem Deutschen Waldpädagogikpreis von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgezeichnet. „Die Umweltassistenten sind bei diesen Veranstaltungen immer mit großem Engagement dabei und es bereitet ihnen große Freude, ihr Wissen über die Natur mit anderen Menschen zu teilen. Sie sind zu Recht stolz auf das, was sie tun“, lobte Manuela Thomas das Team der Umweltassistenten am Ende der Veranstaltung, die allen Beteiligten einmal mehr großen Spaß bereitet hat.

Von der BWO aus in Richtung Traumjob

Engagiert, gewissenhaft und immer einen flotten Spruch auf den Lippen, mit dem er andere zum Lachen bringt – so lernte Oliver Peters, Inhaber der Peters Lack & Karosserie GmbH & Co. KG in Waldbröl, Dietrich Klass bei einem Probearbeiten kennen. Für Klass begann damit eine Erfolgsgeschichte, die nun durch einen Arbeitsvertrag gekrönt wurde und die den heute 34-jährigen Waldbröler aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in seinen Traumjob führte.

Nach dem Besuch einer Förderschule begann Klass am 1. September 2009 bei den BWO Behinderten Werkstätten Oberberg. „Wir haben schnell gemerkt, dass er das Zeug für den 1. Arbeitsmarkt hat“, erinnerte sich Magnus Liebetanz. Als Inklusionsbegleiter der BWO ist es seine Aufgabe, den Beschäftigten Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ebnen, zum Beispiel durch Praktika oder sogenannte Betriebsintegrierte Arbeitsplätze (BiAP). Dabei werden die Menschen mit Behinderung weiterhin durch die BWO entlohnt und versichert, ihr Arbeitsplatz befindet sich jedoch in einem oberbergischen Unternehmen. Auch Dietrich Klass konnte auf diese Weise in einem Lackierbetrieb Erfahrungen sammeln, mit denen er schließlich bei seinem neuen Arbeitgeber punkten konnte.

Firmeninhaber Oliver Peters lud Dietrich Klass auf die Empfehlung eines Mitarbeiters zum Probearbeiten ein – und dieser ließ sich die Chance, den Chef von sich zu überzeugen, nicht entgehen. Es folgten ein Praktikum, ein Betriebsintegrierter Arbeitsplatz und schließlich ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Eintritt in die BWO unterschrieb Dietrich Klass seinen Arbeitsvertrag bei Peters. Gehen mussten die beiden diesen für sie unbekannten Weg dabei nicht alleine: Sowohl die BWO als auch das LVR-Inklusionsamt standen Arbeitgeber und – nehmer zur Seite. „Wir beraten beispielsweise über Unterstützungsmöglichkeiten und beantragen Fördergelder“, so Stefan Hannebohn vom Integrationsfachdienst.

Genau wie die beiden Berater ließ es sich auch Michael Bey, Gesamtleiter Werkstätten der BWO, nicht nehmen, nach der Vertragsunterzeichnung zum Gratulieren in den Waldbröler Betrieb zu kommen. Hier ist es die Aufgabe von Klass, die Autos zu waschen, bevor sie an die Kunden zurückgehen – und dies tut er mit Leidenschaft. „Ich war schon immer Autofan und habe hier meinen Traumjob und viele nette Kollegen gefunden“, freute sich Klass, für den die Arbeit auch eine ganz neue Form der Selbstständigkeit bedeutet. Dank dafür, dass er seinem neuen Mitarbeiter diese Chance bot, weist Firmeninhaber Peters jedoch freundlich von sich: „Wir gewinnen ja ebenso: Dietrich ist eine echte Bereicherung für das Team“, machte er deutlich, dass auch seine Firma von Klass‘ Sprung auf den 1. Arbeitsmarkt profitiert hat.

Gemeinsam gespielt und gearbeitet: Schüler besuchten die BWO

Im Rahmen ihrer Projektwoche besuchten Schüler des Berufskollegs Dieringhausen die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH – Kooperation soll aufrechterhalten und ausgebaut werden.

Unter dem Motto „Mit Herz, Hand und Verstand am Berufskolleg Dieringhausen“ fand in der vergangenen Woche die diesjährige Projektwoche des Berufskollegs statt. In diesem Rahmen besuchte die Projektgruppe „Inklusion in Oberberg“ die BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH. Unter dem Motto „Inklusion erleben“ startete der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück am BWO-Standort in Wiehl-Faulmert. Bei der anschließenden Rallye durch die Werkstatt lernten die einzelnen Gruppen – bestehend aus Schülern des Berufskollegs und Beschäftigten des BerufsBildungsBereichs (BBB) der BWO – viel über die Geschichte und die Tätigkeitsfelder der Werkstatt. Das war für beide Seiten interessant, da auch die Beschäftigten des BBB erst seit Kurzem in der Werkstatt arbeiten und so viele neue Eindrücke erhalten konnten. Der BBB startet immer nach den Sommerferien und gibt neuen Beschäftigten der BWO die Möglichkeit, sich in verschiedenen handwerklichen Bereichen auszuprobieren, um so für sich herausfinden zu können, in welchem Bereich man später arbeiten möchte.

Während der Rallye erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel, dass die BWO 1972 vom „Verein zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis“ gegründet wurde. Die Mitglieder des Vereins waren selber Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung und wollten eine Einrichtung schaffen, in der ihre Kinder nach der Schulzeit gefördert und betreut werden. Mit damals sieben Beschäftigten gestartet, hat sich die BWO bis heute zur größten Reha-Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderung im Oberbergischen Kreis entwickelt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen führten alle Teilnehmer gemeinsam realistische Aufträge der Werkstatt aus: Klemmen wurden montiert, Reifenheber verpackt oder Holzteile gefeilt und lackiert. Viel Spaß hatten alle auch bei einer gemeinsamen Partie Wikingerschach. So ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende, der allen Beteiligten viel Freude bereitet hat. Aus diesem Grund soll die Kooperation zwischen Berufskolleg und BWO in Zukunft aufrechterhalten und ausgebaut werden. Über die Möglichkeiten, die eine solche Kooperation für die Schüler des Berufskollegs mit sich bringt, informierte die Projektgruppe am vergangenen Samstag im Rahmen eines Tags der offenen Tür am Berufskolleg. Hier stellten die verschiedenen Schülergruppen die Ergebnisse ihrer Projektwoche vor. Die Gruppe „Inklusion in Oberberg“ machte ihre Mitschüler anhand von Plakaten unter anderem darauf aufmerksam, dass die BWO Praktikumsplätze und vergibt und hier ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert werden kann.

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