Jeckes Treiben in der BWO

An Weiberfastnacht übernehmen die Jecken das Kommando- auch in der BWO. Ab dem Mittag wurde hier kräftig gefeiert, statt fleißig gearbeitet. Organisiert werden die traditionellen Weiberfastnachts-Partys an allen drei Standorten von den Mitarbeitern des Begleitenden Dienstes der BWO.Durch die Party in der Lichtenberger Werkstatt führten Maike Karsten und Toni Mauelshagen mit ihren Moderationen. Hier hatte man die Karnevalssause unter das Motto „PIRATEN – Leinen los! Das neue Jahrzehnt wird ganz famos!“ gestellt. Passend dazu waren die Mitarbeiter der BWO als Seeräuber kostümiert und bildeten so die Piraten-Mannschaft des Kapitäns Oliver Meinhold, Leiter der BWO Lichtenberg. Der ließ es sich nicht nehmen, den DJ zu geben und sorgte zwischen den Programmpunkten für eine volle Tanzfläche. Hier tummelten sich Hexen, Indianer, Clowns, allerlei Tier- und Fabelwesen und natürlich zahlreiche Piraten und feierten zu jedem aufgelegten Karnevalshit.

Das unterhaltsame Programm zwischen den Tanzrunden stellten die Beschäftigten der BWO kurzerhand selbst auf die Beine: Die BWO-Musikgruppe „Regenbogenexpress“ sorgte gleich zu Beginn für super Stimmung. Auch beim Auftritt der Tanzgruppe Lichtenberg gingen alle mit und bei der Büttenrede von Mareike Leckebusch blieb kein Auge trocken. Wie es bereits gute Tradition ist, statte die KG Rot-Weiß Denklingen der Feier einen Besuch ab und sorgten mit stimmungsvollen Tänzen und Liedern für das große Finale. Gemeinsam wurde getanzt, gesungen und geschunkelt. Auch ihre Konfetti-Kanonen brachte die KG fleißig zum Einsatz und so war der Saal nach deren Auszug mit goldenem Glitter übersäht. So kam die Piratenbande dann auch noch zu ihrem Seeräuberschatz und eine lang erwartete Feier fand ein tolles Ende.


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Inklusion auf vier Rädern

Am Standort der BWO Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH in Morsbach-Lichtenberg arbeiten derzeit 214 Menschen mit einer geistigen und zum Teil schwerst-mehrfachen Behinderung. 27 der Beschäftigten sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Ein barrierefreies Fahrzeug, mit dem auch die Rollstuhlfahrer befördert werden können, war zwar vorhanden, reichte aber längst nicht mehr aus, um die Wege zu Angeboten außerhalb des Standortes, zu Arztbesuchen oder auch zwischen Werkstatt und dem Zuhause der Beschäftigten zu bewältigen. Dank der Kämpgen-Stiftung mit Sitz in Köln konnte hier nun Abhilfe geschaffen werden: Sie förderte die Anschaffung eines VW Crafter samt rollstuhlgerechtem Umbau.

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der Kämpgen-Stiftung. Das rollstuhlgerechte Fahrzeug bietet uns zukünftig die Möglichkeit, Inklusion aktiv zu leben. Nur so können unsere mobilitätseingeschränkten Beschäftigten an den verschiedenen Aktivitäten außerhalb unserer Einrichtung teilnehmen“, freute sich Oliver Meinhold, Leiter des BWO-Standortes Lichtenberg über das neue Fahrzeug. Gemeinsam mit seinen Kollegen und den Beschäftigten konnte er den Wagen kürzlich in Empfang nehmen. „Neben dem Besuch des therapeutischen Reitens sowie des Bewegungsangebotes Schwimmen besteht jetzt die Möglichkeit, unsere Beschäftigten bei Besuchen von öffentlichen Institutionen wie Behördengänge oder Arztbesuche zu unterstützen“, erklärte er den Wert des Fahrzeugs und wünschte den Mitarbeitern und Beschäftigten allseits gute Fahrt.

Inklusion in der Praxis

 

Wiehl – Mitarbeiter der Behinderten Werkstätte Oberberg tauschten sich im Rahmen einer Tagung über ihre Erfahrungen auf dem 1. Arbeitsmarkt aus.

Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist keine Einbahnstraße. Das bewies eindrucksvoll die jüngste BiAP-Tagung der Behinderten Werkstätte Oberberg GmbH (BWO). BiAP steht für Betriebsintegrierte Arbeitsplätze, hierbei handelt es sich um Einsatzorte für Werkstattbeschäftigte in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Die Menschen mit Behinderung werden weiterhin durch die BWO entlohnt und versichert, ihr Arbeitsplatz befindet sich jedoch in einem oberbergischen Unternehmen. Und auch die Betreuung der „Mitarbeiter im Außeneinsatz“ wird durch die BWO organisiert. Dafür beschäftigt die Werkstatt seit 2013 mit Magnus Liebetanz einen eigenen Inklusionsberater. 

„Durch Betriebsintegrierte Arbeitsplätze werden unsere Mitarbeiter in der Gesellschaft sichtbar. Sie bekommen die Chance, aus der Werkstatt herauszutreten und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu zeigen, was sie können“, erklärt Liebetanz. Damit der Kontakt unter den Mitarbeitern und zur BWO weiterhin bestehen bleibt, lädt der Inklusionsberater einmal jährlich zur BiAP Tagung, die auch diesmal wieder in der Wiehler Jugendherberge stattfand. „Wir nutzen die Treffen vor allem, um miteinander Zeit zu verbringen. Heute werden wir beispielsweise gemeinsam den Grill anschmeißen. Das gibt auch Gelegenheit, sich über die Erfahrungen am Arbeitsplatz auszutauschen“, so Liebetanz.  

Dirk Neusinger hat seinen Arbeitsort seit vier Jahren nicht mehr in der Werkstatt. Nach einem Praktikum beim Wiehler Rewe Markt war man hier so zufrieden mit dem neuen Kollegen, dass man ihm im Rahmen einer BiAp-Tätigkeit eine unbefristete Stelle anbot. Und auch Neusingers Wunsch, nach einem Umzug in die Waldbröler Filiale zu wechseln, kam das Unternehmen gerne nach, um ihn als Mitarbeiter halten zu können. „Ich habe den Schritt nie bereut und die Erfahrung gemacht, dass es den Kunden egal ist, ob sie von einem Menschen mit oder ohne Behinderung bedient werden, solange sie freundlich bedient und kompetent beraten werden“, freut sich Neusinger. 

Auch für Tanja Odenthal startete das Berufsleben außerhalb der Werkstatt mit einem Praktikum. Ihr gefiel es im evangelischen Altenheim Bergneustadt so gut, dass sich schließlich auch ihr Partner Maik Eichert mit Unterstützung von Magnus Liebetanz um einen Praktikumsplatz in dem Haus bemühte. Heute leistet sie als Pflegehelferin und er als Hausmeister einen wichtigen Beitrag im Seniorenheim. „Es ist schön, gebraucht zu werden. Das hat uns ein ganz neues Selbstbewusstsein gegeben“, sind sich die beiden einig. Und damit sprechen sie den anderen Tagungsteilnehmern aus dem Herzen. „Unsere Mitarbeiter nehmen niemandem die Arbeit weg“, erklärt der Inklusionsberater. „Sie füllen Nischen, die sonst unbesetzt blieben. Das aber machen sie mit so viel Elan und Freude, dass sie für die Unternehmen schnell zu geschätzten Mitarbeitern werden“, beschreibt Liebetanz, dass „Inklusion“ oft eine echte Win-Win-Situation ist.
 

Besondere Bilder von besonderen Menschen

Kunst kennt kein Handicap: Davon kann man sich derzeit im Morsbacher Rathaus überzeugen. Noch bis zum 23. August werden hier 26 Werke der „Kunstfalter“, einer Projektgruppe der Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO), gezeigt. Für die Künstler ist es die erste öffentliche Ausstellung, dementsprechend aufgeregt waren Lena Sonza-Reorda, Andreas Müller, Sarah Weber und Jenny Reier bei der gestrigen Vernissage im Rathaus. Doch angesichts der zahlreichen begeisterten Gäste war die anfängliche Nervosität schnell vergessen. „Wir freuen uns, so besondere Bilder von besonderen Menschen präsentieren zu können“, hieß Bürgermeister Jörg Bukowski die Gruppe um Leiterin Jutta Schneider willkommen. 

Die Morsbacher Künstlerin Ursula Groten lobte die Lebenslust und Kraft, die aus den Acrylgemälden der Künstler mit Handicap spricht. „Ich sehe hier Kunst – und keine Einschränkungen. Es war höchste Zeit, dass Ihre Werke die Räume der BWO verlassen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, so Groten. Für die Gelegenheit, sich einem größeren Publikum vorzustellen, bedankte sich Michael Bey, Gesamtleitung der Werkstätten. 


Um die Persönlichkeit und die Fähigkeiten Ihrer rund 760 Beschäftigten mit Handicap zu stärken, bietet die BWO an jedem ihrer drei Standorte ein umfangreiches Programm an begleitenden Maßnahmen. Im Rahmen eines solchen Angebots entstanden Bilder, mit denen zunächst nur der Eingang des BWO-Standortes Lichtenberg verschönert werden sollte. Doch es dauerte nicht lang, da „bestellten“ die ersten Mitarbeiter Bilder für Ihr Büro. So entstand die Idee, eine Kunstgruppe zu bilden, deren Werke auch verkauft und ausgestellt werden sollen. Die „Kunstfalter“ waren geboren, deren Werke nun Flügel bekommen haben und sich erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.
 
 Besucht werden kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses. Kontakt für Kaufinteressierte: Maike Loer, Tel.: 02261/60 69 367. Ein Katalog mit weiteren Arbeiten der Gruppe kann ebenfalls bei Frau Loer eingesehen werden. 

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